Hallo ihr Lieben,
ich hab vorhin mal in meinem letzten Eintrag nachgeguckt: „in 12 Wochen gehts los… noch viel zu tun, aber auch noch viel Zeit“. Es kommt mir vor, als hätte ich das vor zwei Wochen geschrieben.
Naja also, nicht ganz:😂
In nur zwei Tagen ist es endlich soweit, nach so langer Wartezeit geht es los nach Tansania!🥳
Die letzten Wochen und Tage hier in Deutschland waren nochmal ein ziemliches Gefühlschaos: Vorfreude, Abschiedsschmerz, Aufregung und jede Menge Vorbereitungen.
Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert:
Zu allererst: ich habe mein Abitur bestanden! Endlich keine Schule mehr, kein Lernstress mehr und vor allem steht JETZT meinen Zukunftsplänen und dem WFD nichts mehr im Weg.



Vom 14. bis 18. Juli fand unser zweites Vorbereitungsseminar in Schonungen statt. Zusammen mit den Freiwilligen aus den Bistümern Bamberg (meine Organisation) und Würzburg haben wir fünf sehr intensive, aber auch unglaublich schöne Tage verbracht.



Tagsüber ging es um große Themen:
- Kolonialismus und seine Folgen: wie tief die Auswirkungen bis heute reichen und was das für unser eigenes Handeln bedeutet.
- Critical Whiteness & Alltagsrassismus: ein Perspektivwechsel, der manchmal echt unbequem war, aber sehr wichtig. Dabei haben wir nochmal richtig viel über das Alltagsleben erfahren und auch über Unterschiede der Begrifflichkeiten Diskriminierung und Rassismus gesprochen.
- Kulturschock: wie er entstehen kann und welche Strategien helfen, ihn zu meistern. Was wir voneinander brauchen, um die verschiedenen Situationen zu schaffen und welche Stufe es in dieser Krise gibt.
- Selbstverteidigung: ein kleiner, praktischer Kurs für mehr Sicherheit. Mit besonders viel Spaß und kleinen/leichten Verletzungen😅
- Krisenmanagement: was tun, wenn’s mal brenzlig wird? Wir haben vor allem darüber gesprochen, welche Krisen es alles gibt und wie wir damit umgehen können.
- Infos zur Einsatzstelle: damit wir uns schon ein bisschen „einfühlen“ konnten. Wir haben vor allem viele Fotos gesehen und konnten alle unsere Fragen loswerden.



Ehrlich gesagt, habe ich in dieser Woche auch ein paar Sorgen und Ängste entwickelt, was meinen WFD angeht. Ich glaube, das ist ganz normal so kurz vor der Abreise, schließlich hört man viele Dinge, die man noch nicht selbst erlebt hat und nicht weiß, wie sie in der Realität sein werden. Und dann waren es einfach sehr sehr viele Eindrücke und Informationen aufeinmal, die ich erstmal verarbeiten musste.
Neben den Einheiten gab es abends immer wieder Tagebuchrunden, in denen wir über Themen wie Hoffnung, Mut oder Unsicherheiten geschrieben und gesprochen haben. Das war oft sehr persönlich, aber besonders wichtig um die Themen aufzuarbeiten.
Aber: die Seminare sind nicht nur Lernen und Nachdenken, sie sind auch ganz viel Spaß.
Wir haben unzählige Runden „Photo Roulette“ gespielt (absolutes Pflichtprogramm bei jedem Seminar!) und das „Gurkenspiel“. Wir saßen immer abends noch ewig zusammen, haben gequatscht, gelacht und einfach die Zeit genossen.




Ein weiteres Highlight für mich war, dass Philippa, meine Mitfreiwillige in Tansania, diesmal dabei war. Beim ersten Seminar konnte sie leider nicht kommen, umso schöner, dass wir uns jetzt richtig kennengelernt haben und so gut verstanden haben. Auch da haben wir natürlich wichtige Fragen geklärt: wer packt welche Spiele ein, was können wir uns teilen, wo sitzen wir im Flugzeug und wann treffen wir uns am Flughafen. Ich freue mich riesig auf unser gemeinsames Jahr.

Am 1. und 2. August ging es dann direkt weiter mit unserem Länderseminar über den Senegal und Tansania im Bistumshaus Bamberg. Auch hier drehte sich vieles um das Alltagsleben, die Kultur und praktische Tipps, dabei war auch der Austausch mit ehemaligen Freiwilligen total wertvoll. Die Zeit mit Lene, Maxime und Manu (die in den Senegal gehen) war wieder besonders schön, da ich sie vermutlich erst im September 2026 wieder sehen werde.




Und dann kam der 2. August, unser Entsendegottesdienst. Alle sieben Freiwilligen waren da, zusammen mit dem Bischof und Generalvikar aus Bamberg, dem Bischof aus Ngara (meiner Einsatzregion), zwei Priestern aus Thiès im Senegal, unsere Kooperationspartner, unsere Referent:innen und natürlich unseren Familien. Es war ein wunderschöner, aber auch sehr emotionaler Moment, vor allem, als uns klar wurde, dass wir uns erst in 13,5 Monaten alle wiedersehen werden.




In der Zwischenzeit ist dann einfach so noch unfassbar viel passiert:
Alle Dokumente sind beantragt, mein Visum ist da, alle 14 Impfungen habe ich gut überstanden, alle medizinischen Untersuchungen sind getroffen, ich habe den Tropentauglichkeitstest gemacht, Medikamente besorgt, fehlende Ausstattung für Tansania besorgt, noch ein paar kleinere Urlaube gemacht und vor allem ganz ganz viel Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbracht. Eigentlich war ich fast jeden Tag in Kontakt mit den anderen Freiwilligen, besonders mit Lene, Philippa, Manu und den Freiwilligen aus Würzburg. Das tut einfach immer besonders gut und auch da ist der Austausch richtig wichtig, da wir viele Sorgen teilen.
Am 29. August war dann noch meine Abschiedsparty, ein richtig schöner Abend mit meinen Freunden und Familie, aber natürlich auch total emotional.









Sodele und jetzt:
Der Rucksack füllt sich langsam, ist aber noch nicht richtig gepackt. Ich bin noch ein bisschen überfordert, weil ich nicht genau einschätzen kann, was ich wirklich brauche und was überflüssig ist. Aber ich habe die beste Unterstützung von meiner Familie!
In den nächsten zwei Tagen werden nochmal letzte Feinarbeiten an der Vorbereitung gemacht, mind. 100x geprüft, ob ich auch wirklich alles habe und die letzten Stunden mit meiner Familie genossen.
Ich bin so gespannt, was uns erwartet und freue mich schon riesig, am 2. September um 20:30 Uhr in den Flieger in Frankfurt zu steigen.
Zur kleinen Einordnung für euch: Wir fliegen am Dienstag nach Dar es Salam, machen dort einen Sprachkurs für Kiswahili, fliegen dann am 19.09. nach Mwanza, treffen dort unseren Mentor Father Denis und gehen dann ein paar Tage später in unseren Einsatzort Rulenge.
Ich halte euch natürlich hier auf dem Laufenden und wollte mich einfach nochmal kurz vor der Abreise melden, da ich auch nicht genau weiß, wann ich wieder was schreiben werde 🙂
Falls ihr irgendwelche Fragen habt, oder ihr euch Dinge wünscht, worüber ich berichten soll, dann schreibt‘s mir einfach in die Kommentare. Ich freu mich über alles🫶😍
Bis bald und beste Grüße
Eure Johaenski
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