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  • 5. Deutschland vs. Tansania

    Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe, es geht euch allen gut. Mittlerweile bin ich schon seit über drei Monaten in Tansania und ich kann’s immer noch nicht glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Eigentlich wollte ich euch heute wieder erzählen, was in den letzten Wochen alles passiert ist, denn es gab natürlich wieder einiges: einen Besuch bei anderen Freiwilligen in Muleba, einen Trip nach Mwanza, viele schöne Momente bei der Arbeit, eine Priesterweihe, unzählige Augenblicke mit meinen Freunden hier in Rulenge und vieles mehr.

    Zu Beginn trotzdem ein Fotorecap aus den letzten Wochen:

    Heute möchte ich aber einen ganz anderen Fokus setzen. Ich möchte über die größten Unterschiede sprechen, die mir hier in Tansania bisher aufgefallen sind. Dinge, die ich mitbekomme, erlebe und sehe, und die im Vergleich zu Deutschland einfach ganz anders sind. Alles, was ich im Folgenden schreibe, basiert auf meinen persönlichen Eindrücken und Erfahrungen. Vieles trifft sicherlich nicht auf ganz Tansania zu, sondern vor allem auf meine Region. Und genauso beziehen sich meine Gedanken zu Deutschland nur auf das, was ich selbst kenne und bisher erlebt habe. Und ich kann jetzt schon sagen, dass es so viele Eindrücke gibt, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil dieser Art des Blogs geben wird.

     

    1. Gastfreundschaft und Offenheit

    Die Gastfreundschaft hier hat mich von Tag eins tief beeindruckt. Alle Türen stehen offen, man wird ständig zum Essen eingeladen und als Gast wird man oft behandelt, als wäre man schon immer ein Teil der Familie gewesen. Diese Herzlichkeit begegnet mir jeden Tag auf eine ganz besondere Art, die mich wirklich bewegt. Alle begrüßen sich auf der Straße, man ist sofort Teil der Dorfgemeinschaft und ich habe mich von Anfang an zugehörig gefühlt.  

    Was ich dabei auch spannend finde: Niemand läuft mit Kopfhörern herum. Wenn Musik läuft, dann für alle, egal ob auf dem Fahrrad oder beim Gehen. Man ist immer irgendwie zusammen. Für mich als Deutsche ist das ungewohnt, weil man sich in Deutschland selbst unter Bekannten nicht immer grüßt, die Menschen oft zurückhaltender sind und ich, egal wo ich hingehe, Kopfhörer aufhabe. Hier fühlt sich alles so viel offener und verbundener an.

     

    2. Große Familien

    Familien mit weniger als drei Kindern gibt es hier nur sehr selten. Eine kleine Familie beginnt eher bei vier bis fünf Personen. Viele Kinder zu haben, ist etwas sehr Gutes und Wichtiges, und oft, wenn ich sage, dass ich „nur“ zwei Geschwister habe, höre ich: „Oh, das tut mir sehr leid.“ Familie hat hier eine viel tiefere und bedeutendere Rolle als das, was ich aus Deutschland kenne. Familie ist alles! Und neben der engen Kernfamilie und der direkten Verwandtschaft fühlt es sich für mich so an, als wären alle eine große Familie. 

    Es beeindruckt mich jeden Tag, weil man die Jüngeren automatisch Bruder und Schwester nennt und die Älteren mit Mama und Papa anspricht. Ganz egal, ob man sie wirklich kennt oder nicht. Das schafft eine Nähe, die ich vorher so nie erlebt habe, obwohl es am Anfang schon sehr ungewohnt war

    3. Laute Musik im Bus

    Etwas, das mir hier auch sofort aufgefallen ist, ist die Musik in den Bussen. Sie läuft immer, egal zu welcher Uhrzeit, ja auch morgens um fünf, wenn man eigentlich einfach nur schlafen will. Und sie läuft sehr laut! In Deutschland bin ich ruhige Busfahrten gewohnt, in denen jeder für sich ist und Kopfhörer trägt. 

    Hier wird Musik geteilt, sie erfüllt den ganzen Bus und schafft eine richtig coole Atmosphäre. Bei manchen Songs singen die Leute einfach mit und in größeren oder moderneren Bussen gibt es sogar einen Fernseher, auf dem Musikvideos laufen. Am Anfang war ich überrascht und manchmal auch etwas genervt, weil ich einfach nur schlafen wollte und man bei der Musik nicht wirklich von ruhiger Musik sprechen kann. Mittlerweile finde ich es total schön, weil ich dadurch viel mehr tansanische Musik kennenlerne und jede Busfahrt zu einem richtigen Highlight geworden ist.

    4. Transport

    Der Transport funktioniert hier nach dem Prinzip, dass immer irgendwo noch Platz ist, egal wie voll es bereits ist. Busse und Autos werden so sehr gefüllt, bis es wirklich gar nicht mehr geht. Und damit meine ich nicht das deutsche „fünf Personen im Auto“. Auf den zwei Plätzen vorne sitzen irgendwie vier Personen, auf der Rückbank fünf und im Kofferraum nochmal drei. Und das Gepäck? Das landet einfach auf dem Dach! 

    Am Anfang war ich wirklich skeptisch, weil ich die deutschen Sicherheitsstandards gewohnt bin. Aber die gibt es hier nicht, und bisher ist auch noch nichts von unseren Sachen runtergefallen. Mittlerweile bewundere ich diese entspannte Haltung und die Kreativität, mit der Lösungen gefunden werden. Hauptsache es ist praktisch und alles und jede:r kommt mit!

     

    5. Bildungssystem

    In Deutschland sind öffentliche Schulen kostenlos, und obwohl ich mich früher so oft über den Schulalltag aufgeregt habe, wurde mir in Tansania erst richtig bewusst, wie verschieden Bildung auf der Welt sein kann.

    Es gibt zwar staatliche Schulen, doch kostenlos ist der Schulbesuch trotzdem nicht. Eltern müssen Uniformen, Hefte, Papier und weiteres Material selbst bezahlen. Für viele Familien ist das kaum machbar, weshalb einige Kinder gar nicht erst zur Schule gehen können und früh anfangen müssen zu arbeiten. Obwohl es eine Schulpflicht gibt, ist es vielen Eltern nicht möglich ihre Kinder auf Schulen zu schicken. Wenn die Regierung davon erfährt, kann es sogar passieren, dass die Eltern ins Gefängnis kommen und somit die Kinder alleine gelassen werden.

    In der Grundschule gibt es zwei Schulformen: Swahili-Schulen, die vom Staat finanziert werden, und English Medium Schools, die privat und sehr teuer sind. Wer auf eine Swahili-Schule geht, bekommt nur sehr wenig Englischunterricht. Viele Kinder sprechen nach der Grundschule daher kaum Englisch, was ihre Möglichkeiten später einschränkt.

    Auch ein Studium ist eine große finanzielle Belastung. Universitäten kosten sehr viel Geld. Wer zuvor auf einer Privatschule war, erhält keine staatliche Unterstützung, weil davon ausgegangen wird, dass die Eltern die Kosten tragen können. Wer eine staatliche Schule besucht hat, kann einen Kredit beantragen, allerdings sind die Voraussetzungen dafür sehr hart und man muss ihn kurz nach dem Studium komplett zurückzahlen.

    Während Schulbesuch in Deutschland selbstverständlich wirkt, müssen Familien in Tansania so oft darum kämpfen, dass ihre Kinder überhaupt eine Chance auf Bildung haben.

    6. Konsum

    Die Auswahl an Produkten ist viel kleiner als in Deutschland und hängt stark davon ab, was gerade verfügbar ist und Saison hat. Wenn gerade Mango-Saison ist, gibt es sie überall; wenn keine Saison ist, findet man sie überhaupt nicht. An Shampoos, Öl oder Putzmittel gibt es nur eine kleine Auswahl. Fertigprodukte gibt es hier generell nicht, alles wird frisch gekocht und aus einfachen Zutaten zubereitet. Am Anfang war das eine Umstellung, aber es macht einen nur kreativer.

    Gleichzeitig fällt mir dabei noch viel stärker auf, wie überladen wir in Deutschland sind. Der übermäßige Konsum und die ständigen Möglichkeiten, einfach alles online zu bestellen, wirken hier irgendwie total übertrieben. Hier merkt man erst so richtig, wie stark wir uns alle an diesen Überfluss gewöhnt haben und wie wenig man eigentlich wirklich braucht.

    7. Müll

    Die Müllentsorgung wird hier ganz anders gehandhabt. Wir werfen ihn einfach in den Graben vor dem Haus, der dann einmal pro Woche angezündet wird. Richtige Müllsäcke gibt es nicht zu kaufen, und eine Müllabfuhr oder Mülltrennung wie in Deutschland wären hier völlig undenkbar.

     

    Müllgraben vor unserem Haus

    8. Spontanität der Menschen

    Planung und Spontanität haben hier eine ganz andere Bedeutung. Viele Dinge ergeben sich spontan im Laufe des Tages. Beispielsweise kann man Bustickets erst 24 Stunden vor Abfahrt kaufen. In Deutschland wird alles viel langfristiger geplant und für mich, die sonst immer ihre Termine Monate im Voraus geplant hatte, ist es richtig schön zu erleben, einfach im Moment zu leben und zu sehen, was heute spontan so alles passiert. Damit bleibt es einfach immer spannend!

     

    9. Kinderarbeit

    Dieses Thema hat mich zugegebenermaßen etwas schockiert, weil mir vorher nicht bewusst war, wie präsent es hier tatsächlich ist. Kleine Kinder, nicht älter als zehn, stehen auf der Straße und verkaufen Sachen, um ihre Familien zu unterstützen. Jede:r darf einfach auf den Markt gehen und seine Waren verkaufen, wie man es aus Deutschland kennt, mit einem Stand anmelden, gibt es nicht. Selbst ich könnte morgen früh hin und etwas verkaufen, wenn ich wollte. In Deutschland wäre das vollkommen undenkbar, hier ist es Teil des Alltags und man wird immer wieder damit konfrontiert.

    10. Stadt vs. Dorf

    Mir ist aufgefallen, dass die Disparitäten zwischen Stadt und Land gerade bei der Kinderarbeit besonders deutlich werden. Auf dem Land ist die Armut viel größer, auch weil die Regierung weniger prüft. In den Städten ist das weniger stark ausgeprägt, dort gibt es mehr Strukturen, die Kinder können eher zur Schule gehen, und vieles ist einfach etwas leichter. Generell sind die Dienstleistungen in den Städten deutlich besser ausgebaut und moderner. Auch die Krankenhäuser sind deutlichst besser ausgestattet und es gibt mehr Transportmöglichkeiten.

    11. Straßen

    Beim Reisen in Tansania kann man sich wirklich in Geduld üben. Die meisten Straßen sind schlecht ausgebaut, besonders in meiner Region, wodurch man meistens sehr sehr lange für eigentlich kurze Strecken braucht. In Deutschland sind wir glatte, sichere Straßen und Autobahnen gewohnt. Hier wird aus einer Fahrt oft ein kleines Abenteuer, mal nervig, mal super lustig, aber auf jeden Fall immer unvergesslich. Manche Autos bleiben stecken, weil die Schlaglöcher zu tief sind und bei Regen sind die Straßen dann so matschig, dass der Verkehr lahm gelegt wird. Teilweise kippen sogar die Busse um, weil sie für die schlechten Straßen einfach nicht gemacht sind. 

     

    Wenn ich all diese Unterschiede so zusammenfasse, merke ich erst richtig , wie viele neue Eindrücke ich hier jeden Tag sammle. Vieles überrascht mich, manches bringt mich zum Nachdenken und anderes einfach nur zum Lachen. Es ist schön zu sehen, wie unterschiedlich der Alltag am anderen Ende der Welt so sein kann und wie sehr mich diese Erlebnisse prägen.

    Durch meinen WFD lebe ich deutlich bewusster. Mir fallen viel mehr Dinge auf, die vorher für mich selbstverständlich waren, und ich schätze das privilegierte Leben in Deutschland immer mehr wert. Auch wenn ich mich früher so oft über Kleinigkeiten aufgeregt habe, bei denen ich jetzt merke, wie unwichtig sie eigentlich sind, wenn man sie mit echten Problemen und Herausforderungen vergleicht. Dafür bin ich unglaublich dankbar, weil auch dieser Lernprozess ein riesiges Geschenk ist.

    Ich bin sehr dankbar für all die Momente, die ich hier erleben darf, und freue mich auf alles, was noch kommt.🥰

    Jetzt wünsche ich euch erstmal eine schöne Vorweihnachtszeit und hoffe, dass ihr es euch gemütlich macht, egal wo ihr gerade seid.🤩❤️

    Bis ganz bald und alles Liebe aus Tansania💛🇹🇿

    Fühlt euch alle ganz doll umarmt❤️

    Eure Johaenski

     

  • 4.So much has happened, I don’t even know where to start – 2.5 months in Tanzania

    Mambo! Hamjambo?
    Niko hapa Rulenge sasa hivi, kijijini kabisa! Maisha hapa ni tofauti sana na Ujerumani, lakini nayapenda sana na watu wake ni wakarimu sana. Kila siku kuna kitu kipya cha kugundua. Karibuni kwenye blogi yangu mpya, kuna mambo mengi ya kusimulia leo!😍

    Hey, what’s up? How are you all doing? I’m currently here in Rulenge, right in the middle of the countryside! Life here is very different from Germany, but I absolutely love it and the people are super friendly. Every day there’s something new to discover. Welcome to my new blog entry: I’ve got lots to tell you!😍

    From now on, I will be posting every blog in German and English, because many of my friends don’t speak German. You can just choose the language you prefer.☺️

    After two and a half months in Tanzania, I am still amazed at how much has happened here in such a short time. Our arrival in Rulenge and our move-in at the end of September were a huge highlight, and now it actually feels like home. At first, getting to know Rulenge was of course high on the agenda: visits to the market, lots of new people and immersion in Tanzanian life. Every day brings new impressions, warm encounters and little culture shocks that make me laugh, marvel and sometimes even swallow hard.

    Our accommodation:
    We live here in Rulenge on the church grounds together with the brothers, Father Denis and some sisters. Our house is quite large and has a rather European standard. It is actually intended for four people, so the two of us naturally have a lot of space. Each of us has our own room with a bathroom, and there is a large kitchen with a dining area, a cosy living room, a laundry room and a huge outdoor area. Compared to the brothers and Father Denis, who live right next door in smaller houses, it sometimes feels a little strange to live in such a large house with just the two of us.

    Our work places in Rulenge
    Shortly after arriving, we got straight to work. There are two orphanages in Rulenge, and we were able to visit both of them. After just a few days, it became clear how different they are. Suddenly, we began to worry that one of us might be unhappy or find ourselves in the wrong place. That preoccupied us both for a while.

    Our first assignment was at Angels Home, just a few minutes‘ walk from our house. Twelve children between the ages of six months and five years are cared for there, and after the first day we were completely exhausted. There are no toys, no tables and not enough clothes. The bedroom is tiny, many of the beds are broken, so some children have to sleep on small mattresses on the floor or share a bed with three others.

    The issue of nappies particularly concerned me, because there simply aren’t any. Without nappies and underwear, the children constantly wet or soil themselves. They are constantly wet, and because there are not enough clothes, they spend the day in dirty clothes.

    At first, this completely overwhelmed me.

    During the first few days, I often didn’t know what to do with the children. Without any toys, just a few chairs and a single rag doll, it was really difficult to keep them occupied in a meaningful way. At the same time, of course, they all wanted attention and closeness at once, which is difficult to manage on your own.

    And then there was something else I really struggled with: violence. In Tanzania, it is normal to hit children because, in their eyes, it is the only effective method of discipline. We were prepared for this in our preparatory seminars, but seeing it for the first time completely overwhelmed me. I had tears in my eyes because it felt so wrong and I felt so incredibly sorry for the child.

    After four days, we moved to the second orphanage, Goyagoya. It was actually the complete opposite: there were cloth nappies, sturdy beds, age-appropriate toys and lots of warm-hearted nurses. The atmosphere is friendly and warm, and many speak English. Of course, there are challenging moments there too, but no harsh violence.

    Nevertheless, I wanted to go back to Angels Home. I felt that I could really make a difference there, that I could show that education is possible without beatings and that I could give the children my full affection and love for a year. Besides, this year is supposed to be a challenge! That’s why I work at Angels Home and Philippa works at Goyagoya.

    Everyday life at Angels Home (trigger warning: violence against children)

    Over time, it became routine, but some situations still bother me greatly. When a child cries and does not calm down immediately, they are beaten, sometimes with a hand, sometimes with a stick. If that does not help, they are put in a small, dark room without windows ‘until they are quiet’. I did not know that this room even existed. One day, a nurse asked me to get the child out again. I went in completely unaware, and there sat the little child, all alone and frightened. When it saw me, it immediately ran into my arms and trembled all over. We stayed there together for a while because I was also on the verge of crying. I just wasn’t prepared for something like that, and it was extremely intense to see.

    Fortunately, there are also many beautiful moments: dancing, singing, playing, cuddling, playing hopscotch, tag and hide and seek. These moments give me so much strength and show me how important loving closeness is for children.


    I also work at the small school on the premises. Children aged three and above learn English, maths and Kiswahili there. In my class, I am currently practising numbers and the alphabet. They listen well and respect me completely in class, but things get more chaotic when they are playing outside. The children only know violence as a boundary, and when I say ‘stop’, they usually laugh and just carry on. That’s why I hope to find my own ways soon so that the children take me seriously and respect me. Without any violence at all.

    My class in school

    At the same time, I am becoming more accustomed to everyday life, even though many things are still difficult for me to comprehend. The constant smell of urine, the urinating and defecating, the daily bathing in a bucket, sometimes twelve children one after the other in the same water. They dry off with one towel for everyone, and if they don’t have clothes, some of them just wear a dress without trousers. There isn’t enough cutlery for everyone to eat with, so most of them eat with their hands. There are no pyjamas; they just go to bed in their dirty clothes. All of this is normal everyday life here, and I wonder if I will ever get used to it completely.


    I work Monday to Friday from eight to twelve thirty and then again in the afternoon from three to five. My days during the week are very busy and long, but that’s fine – after all, I want to experience things!

    Everyday life outside of work

    When I’m not at the orphanage, I’m at Barikiwa (a restaurant in Rulenge), spending time with Philippa, doing housework, hanging out with my brothers, going out with friends, doing activities or shopping at the market.

    The market is loud, colourful and chaotic, and at first we were completely overwhelmed. Now we know where to find what we’re looking for, who is fair and how to negotiate. It’s even become really fun!


    Cooking remains challenging because many ingredients from Germany are unavailable. At the moment, we are consuming a lot of avocado toast, fruit, rice, and vegetables. Over time, we are learning to cook Tanzanian cuisine, which will allow us to diversify our meal plan soon.

    Pilgrimage

    The pilgrimage to Biharamulo at the beginning of October was a special experience.

    The diocese was celebrating its anniversary, and thousands of people came together to take part. We set off at 5 o’clock in the morning, high up into the mountains, where the open-air service took place with the bishop and a huge choir. Although the mass lasted eight hours, the atmosphere was simply fantastic. I sat with the Franciscan sisters, who spoke excellent English and were even able to translate the sermon for me.

    It was lovely to see how warmly we volunteers were welcomed and how everyone in the diocese made us feel at home, even though Philippa was unfortunately unable to attend. In between, there were many performances by schools, clubs and seminarians, which made the celebration even more colourful and lively. I simply enjoyed every moment, the music, the crowds, the cheerful energy and the enthusiasm of everyone around me.


    On Monday, Sister Edina took me to the seminary in Katoke, a kind of boarding school for boys who are preparing for the priesthood but can also choose a different path later on. She showed me around the grounds, explained everyday life there and took me to various lessons. In the afternoon, I even got my own class: 58 boys in maths and English. They were incredibly curious, wanted to know everything about Germany and told me about their lives at the seminary. We laughed a lot and just had fun together. It was a lively, open exchange that enriched me greatly.

    My class


    This weekend, I spoke almost exclusively Kiswahili, and I am slowly noticing how much better I am getting. People are very patient and delighted with every new word I learn.

    More Highlights
    In Tanzania, almost everyone wears traditional clothing called ‘kitenge’. In Rulenge, there is a large group of women who produce their own fabric. After Father Denis (our mentor) suggested we buy fabric there, we had a dress and skirt made with a matching blouse. This is very practical here: you buy the fabric at the market, go to the seamstress, tell her what garment you want, and she sews everything to measure. So everything fits perfectly. The colourful garments are not only beautiful, but also very practical for our church visits.


    Kitenge

    In October, Leni and Jason came to visit from Muleba, where they are doing their WFD. It was really good to see familiar faces again. We went out for meals together, visited the market together, and they accompanied me to work. We had a really wonderful time together.


    At the end of the month, our neighbours, the seminarians, moved in. They are completing their initial training here; some will become priests afterwards, others will go to university. They are exactly our age, all really funny, and we have a great time together. It’s perfect for us that our friends live only five metres away. We do lots of things with them: game nights, dinner together, church visits, football matches, learning to cook Tanzanian food, and weekly visits to the Christian community.

    Sick in Tanzania

    First of all, it is important to me to say that everything I write here is only my personal experience during my hospital stay in a city in Tanzania.
    It only reflects my individual experiences and should not be generalised or taken to represent all institutions or situations!

    Unfortunately, I fell ill in the middle of the month. At first, it seemed like a normal cold, but soon I developed a fever, severe pain, vomiting and dizziness. I was admitted to the hospital in Rulenge with suspected malaria, but all the tests came back negative. It was the first time I had ever been so ill and so far away from home. Fortunately, I had great support on site. The doctor took incredibly good care of me, the nurses were loving, and Philippa was by my side every day, even during the most unpleasant moments, such as the urine sample on the pit toilet. In addition, people from the village kept coming to check on me. That touched me deeply and gave me strength every day.

    After four days, I was transferred to the hospital in Mwanza because more comprehensive tests were needed. Sister Anita, my colleague and friend from Angels Home, accompanied me. After an eight-hour drive, we arrived and I was taken straight to the emergency room. Unfortunately, that’s where a real nightmare began for me: eight blood tests failed, I had to give blood again and had a total of 18 punctures in my arms. I received bills for almost €400 for tests I had never had, and I couldn’t be admitted as an inpatient until the bills were paid. The conditions in the emergency room did not improve the situation: there were 40 patients lying close together, separated only by a curtain; I was not allowed to eat or drink anything and was supposed to provide a urine sample after 5 hours, even though I was unable to get up, whereupon I finally fainted.

    After seven hours, at 3:30 a.m., I was finally admitted after Father Denis and my doctor in Rulenge had put pressure on them. More tests followed, and I was finally able to get some sleep around 5 a.m.

    On top of that, a male nurse became increasingly intrusive. He kept coming into my room, writing me messages and simply touching me. In the end, he even proposed to me, and when I was back in Rulenge, he sent me secretly taken photos of me sleeping in the emergency room. It was so scary and kind of creepy. Fortunately, my doctor from Rulenge took everything very seriously and reported the incident immediately. I was and am very grateful that he is here!

    Despite everything, there were also positive aspects. I underwent many examinations and physiotherapy sessions, got to know some lovely doctors and made progress every day, so that after a few days I was able to return to Rulenge. During this time, I realised how important support and friendship are. Father Denis, all the sisters from Angels Home, especially Sister Anita, the Doctor in Rulenge, Philippa and my family in Germany stood by me the whole time and helped me get through this extremely stressful situation.❤️

    After all that stress, I’m feeling really well again now. I’m not 100% fit yet and have to take it slow, which is really hard for me. I also have to take it slow at work, but I can almost manage a full seven hours again. I’ve also finished my physiotherapy, so I’ll soon be back to my old self again.

    Elections in Tanzania
    On 29 October, presidential elections were held in Tanzania, during which we got to know a new side of the country. The opposition was excluded from the election, some opposition members were imprisoned, and the election was neither free nor secret. It is heavily manipulated and the results are only announced after several days. There are more ballots than eligible voters, and ballots that do not have a cross next to the president’s name are simply replaced. The whole situation led to severe unrest throughout the country. For example, people were no longer allowed to go to Ngara, the nearest large town, because demonstrators had even been shot dead on the streets there. Fortunately, things remained calm here in Rulenge. When the election began, the entire internet was shut down, so no communication was possible. At first it was strange because we couldn’t let anyone know what was going on, but then we had more time for ourselves and really had a great time. We played cards, cooked, got creative and grew even closer together. Even though Philippa and I had some teething problems, things are going great now and I am just incredibly happy to have her as my fellow volunteer. We have a lot of fun, have great conversations, I can talk to her about anything and we enjoy the feeling of freedom 100%.

    Despite all the challenges of the last few weeks (violence in the orphanage, illness, political restrictions), Rulenge is simply the perfect place for my WFD and I am incredibly happy here. I learn something new every day and enjoy working with the children, the warm encounters and the culture. Every day brings new experiences, and I am so grateful to be able to experience this time. I have rarely been as happy as I am right now.😍😍

    So, my dears, I’ve written and told you a lot again. I hope you are well, that it’s not too cold where you are, and that you are enjoying the run-up to Christmas, which I probably won’t notice much here. With daily temperatures of +24 degrees, it seems strange that Christmas is coming soon.

    All the best to you all and see you soon, big hugs to everyone,❤️🫶

    Love you,

    Johaenski

  • 4.So viel erlebt, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll – 2,5 Monate Tansania

    Mambo! Hamjambo?
    Niko hapa Rulenge sasa hivi, kijijini kabisa! Maisha hapa ni tofauti sana na Ujerumani, lakini nayapenda sana na watu wake ni wakarimu sana. Kila siku kuna kitu kipya cha kugundua. Karibuni kwenye blogi yangu mpya, kuna mambo mengi ya kusimulia leo!

    Hey, was geht? Wie gehts euch?
    Ich bin gerade hier in Rulenge, richtig auf dem Dorf! Das Leben ist ganz anders als in Deutschland, aber ich liebs komplett und die Leute sind super freundlich. Jeden Tag gibt’s was Neues zu entdecken. Willkommen zu einem neuen Blogeintrag von mir, es gibt viel zu erzählen!

    Ab jetzt poste ich jeden Blog auf Deutsch und Englisch, weil inzwischen viele meiner Freundinnen und Freunde kein Deutsch sprechen. Ihr könnt einfach die Sprache nehmen, die euch lieber ist.☺️
    Nach zweieinhalb Monaten in Tansania staune ich noch immer, wie viel hier in so kurzer Zeit passiert. Die Ankunft in Rulenge und unser Einzug Ende September waren ein riesiges Highlight, und inzwischen fühlt es sich tatsächlich nach Zuhause an. Anfangs stand das Kennenlernen von Rulenge natürlich groß auf dem Programm: Marktbesuche, viele neue Leute und das Eintauchen ins tansanische Leben. Jeden Tag gibt es neue Eindrücke, herzliche Begegnungen und kleine Kulturschocks, die mich zum Lachen, Staunen und manchmal auch echt zum Schlucken bringen.

    Unsere Unterkunft:

    Wir leben hier in Rulenge auf dem Kirchengelände zusammen mit den Brüdern, Father Denis und einigen Schwestern. Unser Haus ist recht groß und hat eher europäischen Standard. Es ist eigentlich für vier Personen gedacht, dadurch haben wir zu zweit natürlich sehr viel Platz. Jede von uns hat ein eigenes Zimmer mit Bad, dazu gibt es eine große Küche mit Essbereich, ein gemütliches Wohnzimmer, eine Waschküche und einen riesigen Außenbereich. Im Vergleich zu den Brüdern und Father Denis, die direkt nebenan in kleineren Häusern wohnen, fühlt es sich manchmal etwas merkwürdig an, zu zweit in so einem großen Haus zu leben.

    Unsere Einsatzstellen in Rulenge
    Kurz nach der Ankunft begann bereits die Arbeit. In Rulenge gibt es zwei Waisenhäuser, und wir konnten in beide reinschnuppern. Schon nach den ersten Tagen wurde deutlich, wie unterschiedlich sie sind. Und plötzlich kam auch schon die Sorge auf, dass vielleicht eine von uns unglücklich wird oder sich am falschen Ort wiederfindet. Das hat uns beide erstmal ziemlich beschäftigt.

    Unser erster Einsatz war im Angels Home, nur ein paar Minuten Fußweg von unserem Haus entfernt. Dort werden zwölf Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren betreut, und bereits nach dem ersten Tag waren wir komplett K.O. Es gibt keine Spielsachen, keine Tische und zu wenig Kleidung. Der Schlafraum ist winzig, viele Betten sind kaputt, sodass manche Kinder auf kleinen Matratzen auf dem Boden schlafen oder sich ein Bett zu viert teilen müssen.

    Das Thema Windeln hat mich besonders beschäftigt, denn es gibt einfach keine. Ohne Windeln und Unterwäsche passiert es ständig, dass die Kinder mich anpinkeln oder ankoten. Die Kinder sind ständig nass, und da es zu wenig Kleidung gibt, verbringen sie den Tag über in den dreckigen Klamotten.

    Das hat mich am Anfang komplett überfordert.

    Die ersten Tage wusste ich oft gar nicht, was ich mit den Kindern machen sollte. Ohne Spielsachen, nur mit ein paar Stühlen und einer einzigen Stoffpuppe, war es total schwierig, sie sinnvoll zu beschäftigen. Gleichzeitig wollten natürlich alle Aufmerksamkeit und Nähe auf einmal, was als alleinige Person dann schwer zu stemmen ist.

    Und dann kam noch etwas dazu, womit ich echt zu kämpfen hatte: Gewalt. In Tansania ist es normal, Kinder zu schlagen, weil das in ihren Augen die einzige funktionierende Erziehungsmethode ist. Wir wurden in unseren Vorbereitungsseminaren darauf vorbereitet, aber das erste Mal zuzusehen hat mich völlig überrollt. Ich hatte Tränen in den Augen, weil es sich so falsch angefühlt hat und mir das Kind so unglaublich leid tat. 

    Nach vier Tagen wechselten wir ins zweite Waisenhaus, Goyagoya. Eigentlich das komplette Gegenteil: Dort gibt es Stoffwindeln, stabile Betten, altersgemäße Spielsachen und viele herzliche Schwestern. Die Atmosphäre ist freundlich und warm, und viele sprechen Englisch. Natürlich gibt es auch dort herausfordernde Momente, aber keine harte Gewalt. 

    Trotzdem wollte ich zurück ins Angels Home. Ich hatte das Gefühl, dass ich dort wirklich etwas bewirken kann, dass ich zeigen kann, dass Erziehung auch ohne Schläge möglich ist und dass ich den Kindern ein Jahr meine volle Zuneigung und Liebe geben kann. Außerdem soll dieses Jahr eine Herausforderung werden! Deshalb arbeite ich jetzt seit Ende September im Angels Home und Philippa im Goyagoya.

    Alltag im Angels Home (Triggerwarnung Gewalt an Kindern)

    Mit der Zeit kam Routine, aber einige Situationen beschäftigen mich immer noch sehr stark. Wenn ein Kind weint und nicht sofort ruhig wird, wird es geschlagen, manchmal mit der Hand, manchmal mit einem Stock. Wenn das nicht hilft, kommt es in einen kleinen, dunklen Raum ohne Fenster, „bis es still ist“. Ich wusste nicht, dass es diesen Raum überhaupt gibt. Eines Tages bat mich eine Schwester, das Kind wieder herauszuholen. Ich ging völlig ahnungslos hinein, und da saß das kleine Kind, ganz allein und verängstigt. Als es mich sah, rannte es sofort in meine Arme und zitterte am ganzen Körper. Wir blieben eine Weile zusammen dort, weil auch ich kurz davor war zu weinen. Auf so etwas war ich einfach nicht vorbereitet, und es war extrem heftig, das zu sehen.

    Zum Glück gibt es aber auch viele schöne Momente: Tanzen, singen, spielen, kuscheln, Hoppe-Hoppe Reiter, Fangen und Verstecken. Diese Augenblicke geben mir so viel Kraft und zeigen mir, wie wichtig liebevolle Nähe für die Kinder ist. 


    Ich arbeite auch in der kleinen Schule auf dem Gelände. Dort lernen Kinder ab drei Jahren Englisch, Mathe und Kiswahili. In meiner Klasse übe ich gerade Zahlen und das Alphabet. Im Unterricht hören sie gut zu und respektieren mich vollkommen, aber draußen beim Spielen wird es chaotischer. Die Kinder kennen nur Gewalt als Grenze, und wenn ich „Stopp“ sage, lachen sie meistens und machen einfach weiter. Deshalb hoffe ich, bald meine eigenen Wege zu finden, damit die Kinder mich ernst nehmen und respektieren. Ganz ohne Gewalt.

    Meine Schulklasse

    Gleichzeitig gewöhne ich mich immer mehr an den Alltag, auch wenn vieles für mich noch schwer greifbar ist. Der dauernde Uringeruch, das Anpinkeln und Ankoten, das tägliche Baden im Eimer, manchmal zwölf Kinder nacheinander im gleichen Wasser. Abgetrocknet wird mit einem Handtuch für alle, und wenn Kleidung fehlt, tragen manche nur ein Kleidchen ohne Hose. Beim Essen reicht das Besteck nicht, also essen die meisten mit den Händen. Schlafanzüge gibt es nicht, sie gehen einfach in den schmutzigen Sachen ins Bett. All das ist hier normaler Alltag, und ich bin gespannt, ob ich mich jemals vollständig daran gewöhnen werde. 


    Ich arbeite Montag bis Freitag von acht bis zwölf Uhr und am Nachmittag noch einmal von drei bis fünf. Unter der Woche sind meine Tage alle sehr voll und lang, aber das ist auch gut so, ich will schließlich was erleben!

    Alltag außerhalb der Arbeit

    Wenn ich nicht im Waisenhaus bin, bin ich im Barikiwa (Restaurant in Rulenge), verbringe Zeit mit Philippa, mache den Haushalt, bin bei den Brüdern, mit Freunden unterwegs, bei Aktivitäten oder auf dem Markt einkaufen.

    Der Markt ist laut, bunt und chaotisch, und am Anfang waren wir völlig überfordert. Mittlerweile wissen wir, wo wir was finden, wer fair ist und wie man verhandelt. Es macht inzwischen sogar richtig Spaß!


    Kochen bleibt weiterhin herausfordernd, weil viele Zutaten aus Deutschland fehlen. Im Moment gibt es viel Avocado-Toast, ganz viele Früchte, Reis und Gemüse. Mit der Zeit lernen wir jetzt auch tansanisch zu kochen, dann peppen wir bald unseren Essensplan etwas auf. 

    Pilgerfahrt

    Ein besonderes Erlebnis war die Pilgerfahrt nach Biharamulo Anfang Oktober.

    Die Diözese feierte Jubiläum, und tausende Menschen kamen zusammen, umdaran teilzunehmen. Morgens um 5 Uhr ging es los, hoch in die Berge, wo der Gottesdienst im Freien mit dem Bischof und einem riesigen Chor stattfand. Obwohl die Messe acht Stunden lang, war die Stimmung einfach fantastisch. Ich saß bei den Franziskaner-Schwestern, die super Englisch sprachen, und mir dadurch sogar die Predigtübersetzen konnten.

    Es war schön zu sehen, wie herzlich wir als Freiwillige begrüßt wurden und wie alle uns in der Diözese willkommen geheißen haben, auch wenn Philippa leider nicht dabei war. Zwischendurch gab es viele Auftritte von Schulen, Vereinen und Seminaristen, die die Feier noch bunter und lebendiger gemacht haben. Ich habe einfach jeden Moment genossen, die Musik, die Menschenmengen, die fröhliche Energie und die Begeisterung aller um mich herum.


    Am Montag durfte ich mit Sister Edina ins Seminar nach Katoke, eine Art Internat für Jungen, die sich auf ein Priesterleben vorbereiten, aber später auch einen anderen Weg wählen können. Sie zeigte mir das Gelände, erklärte den Alltag dort und nahm mich mit in verschiedene Unterrichtsstunden. Am Nachmittag bekam ich sogar meine eigene Klasse: 58 Jungs in Mathe und Englisch. Sie waren unglaublich neugierig, wollten alles über Deutschland wissen und erzählten von ihrem Leben im Seminar. Wir haben viel gelacht und hatten einfach Spaß zusammen. Es war ein lebendiger, offener Austausch, der mich total bereichert hat.

    Meine Klasse


    An diesem Wochenende habe ich fast nur Kiswahili gesprochen und so langsam merke ich, wie viel besser es wird. Die Menschen sind total geduldig und freuen sich über jedes neue Wort, das ich lerne.

    Weitere Highlights


    In Tansania trägt fast jede:r traditionelle Kleidung, die sogenannte „Kitenge“. In Rulenge gibt es eine große Frauengruppe, die ihren eigenen Stoff produziert. Nachdem Father Denis (unser Mentor) meinte, wir sollen dort Stoff kaufen, haben wir uns ein Kleid und einen Rock mit passender Bluse anfertigen lassen. Das funktioniert hier super praktisch: Man kauft den Stoff auf dem Markt, geht zur Schneiderin, sagt ihr, welches Kleidungsstück man möchte, und sie näht alles nach Maß. So passt alles perfekt. Die bunten Kleidungsstücke sind nicht nur wunderschön, sondern auch super praktisch für unsere Kirchenbesuche.


    Kitenge

    Im Oktober kamen Leni und Jason aus Muleba zu Besuch, die dort ihren WFD machen. Es tat richtig gut mal wieder vertraute Gesichter zu sehen. Wir waren zusammen essen, gemeinsam auf dem Markt und sie haben mich bei der Arbeit begleitet. Es waren wirklich super schöne Tage mit den Beiden.


    Am Ende des Monats sind unsere Nachbarn, die Seminariens eingezogen. Sie beenden hier ihre erste Ausbildung, manche werden danach Priester, andere gehen zur Universität. Sie sind genau in unserem Alter, alle super lustig, und wir haben eine tolle Zeit zusammen. Perfekt für uns, dass unsere Freunde nur fünf Meter entfernt wohnen. Wir unternehmen super viel mit ihnen: von gemeinsamen Spieleabenden, zusammen Abendessen, Kirchenbesuchen, Fußballspiele, tansanisch kochen lernen und die wöchentlichen Besuche in der christlichen Community.

    Krank in Tansania

    Mitte des Monats wurde ich dann leider krank. Zuerst sah alles nach einer normalen Erkältung aus, doch schon bald kamen Fieber, starke Schmerzen, Erbrechen und Schwindel dazu. Ich wurde im Krankenhaus in Rulenge aufgenommen, der Verdacht war Malaria, doch alle Tests waren negativ. Es war das erste Mal, dass ich so richtig krank war und gleichzeitig so weit weg von zuhause.  Zum Glück hatte ich super Unterstützung vor Ort. Der Arzt kümmerte sich unglaublich herzlich um mich, die Schwestern waren liebevoll und Philippa war jeden Tag an meiner Seite, selbst bei den unangenehmsten Momenten wie der Urinprobe auf dem Plumsklo. Außerdem kamen immer wieder Menschen aus dem Dorf, um nach mir zu sehen. Das hat mich sehr berührt und mir täglich Kraft gegeben.

    Nach vier Tagen wurde ich nach Mwanza ins Krankenhaus verlegt, weil umfassendere Tests nötig waren. Sister Anita, meine Kollegin und Freundin aus dem Angels Home, begleitete mich. Nach acht Stunden Fahrt kamen wir an, und ich wurde direkt in die Notaufnahme gebracht. Dort begann dann leider ein echter Albtraum für mich: Acht Bluttests schlugen fehl, ich musste erneut Blut abgeben und hatte ingesamt 18 Einstiche an meinen Armen. Ich erhielt Rechnungen von fast 400 €, für Untersuchungen, die ich nie bekommen hatte und konnte erst stationär aufgenommen werden, wenn die Rechnungen bezahlt waren. Die Rahmenbedingungen in der Notaufnahme machten es nicht besser: es lagen 40 Patient:innen dicht an dicht, gerade mal durch einen Vorhang getrennt; ich durfte nichts essen & trinken und sollte nach 5 Stunden Urin abgeben, obwohl ich nicht aufstehen konnte, woraufhin ich schließlich in Ohnmacht fiel

    Nach sieben Stunden, um 3:30 Uhr nachts, wurde ich endlich aufgenommen, nachdem Father Denis und mein Arzt in Rulenge Druck gemacht hatten. Danach folgten weitere Tests, und ich konnte gegen 5 Uhr endlich ein wenig schlafen.

    Dazu kam, dass ein Krankenpfleger immer aufdringlicher wurde. Er kam ständig in mein Zimmer rein, schrieb mir Nachrichten und fasste mich einfach an. Am Ende machte er mir sogar einen Heiratsantrag und als ich wieder in Rulenge war, schickte er mir heimlich gemachte Fotos aus der Notaufnahme, wo ich schlief. Das war so beängstigend und irgendwie gruselig. Zum Glück nahm mein Arzt aus Rulenge alles total ernst und meldete den Vorfall sofort. Ich war und bin wirklich so dankbar, dass ich ihn hier habe!

    Trotz allem gab es auch positive Seiten. Ich bekam viele Untersuchungen und Physiotherapie, lernte nette Ärztinnen und Ärzte kennen und konnte täglich Fortschritte machen, sodass ich nach einigen Tagen wieder nach Rulenge zurückkehren konnte. Dabei habe ich besonders gemerkt, wie wichtig Unterstützung und Freundschaft sind. Father Denis, alle Schwestern aus dem Angels Home, besonders Sister Anita, Dr. Livinus, Philippa und meine Familie in Deutschland standen mir die ganze Zeit zur Seite und halfen mir, diese extrem belastende Situation zu überstehen.❤️

    Nach all dem Stress geht es mir jetzt wieder sehr  gut. Ich bin noch nicht 100 % fit und muss langsam machen, was mir echt schwerfällt. Mit der Arbeit muss ich ebenfalls noch langsam machen, aber ich schaffe schon fast wieder die vollen sieben Stunden. Die Physiotherapie konnte ich jetzt auch wieder beenden, also bin ich bald wieder ganz die Alte.

    Wahlen in Tansania
    Am 29. Oktober fanden die Präsidentschaftswahlen in Tansania statt, bei denen wir eine neue Seite des Landes kennengelernt haben. Die Opposition wurde von der Wahl ausgeschlossen, einige Oppositionelle wurden inhaftiert, und die Wahl war weder frei, noch geheim. Sie wird stark manipuliert und die Ergebnisse werden erst nach Tagen verkündet. Es gibt mehr Stimmzettel als Wahlberechtigte und die Zettel, auf denen das Kreuz nicht bei der Präsidentin ist, werden einfach ausgetauscht. Die ganze Situation führte zu starken Unruhen im ganzen Land. Beispielsweise durfte man nicht mehr nach Ngara, die nächst größere Stadt, weil dort sogar Demonstranten auf der Straße erschossen worden.  Hier in Rulenge blieb es zum Glück ruhig. Mit Beginn der Wahl wurde außerdem das gesamte Internet abgeschaltet, sodass keine Kommunikation möglich war. Erst war es komisch, weil wir ja auch niemanden Bescheid geben konnten, aber dann hatten wir mehr Zeit für uns und echt eine richtig tolle Zeit. Wir spielten Karten, kochten, wurden kreativ und sind zusammen noch näher zusammengerückt. Auch wenn Philippa und ich echt einige Startsschwierigkeiten hatten, läuft es jetzt super und ich bin einfach unglaublich froh, sie als meine Mitfreiwillige zu haben. Wir haben unglaublich viel Spaß, führen tolle Gespräche, ich kann über alles mit ihr sprechen und wir genießen das Freiheitsgefühl zu 100%.

    Trotz den ganzen Herausforderungen der letzten Wochen (Gewalt im Waisenhaus, Krankheit, politische Einschränkungen), ist Rulenge einfach der perfekte Ort für meinen WFD und ich bin unglaublich glücklich hier. Ich lerne jeden Tag Neues, genieße die Arbeit mit den Kindern, die herzlichen Begegnungen und die Kultur. Jeder Tag bringt neue Erfahrungen, und ich bin soo dankbar, dass ich diese Zeit erleben darf. Ich war selten so glücklich, wie ich es jetzt gerade bin.😍😍

    So ihr Lieben, jetzt habe ich wieder sehr viel geschrieben und erzählt. Ich hoffe, es geht euch gut, bei euch ist es nicht zu kalt, und ihr genießt die Vorweihnachtszeit, von der ich hier wahrscheinlich sehr wenig mitbekomme. Allein bei täglich +24 Grad ist es komisch, dass bald Weihnachten sein soll.

    Alles Liebe an euch und bis ganz bald, fühlt euch alle gedrückt,❤️🫶
    Eure Johaenski

  • 3. My first three weeks in Tanzania are already over!

    Habari, Hamjambo? Mimi ni mzuri sana.

    Hello, how are you all? I’m doing very well!

    For all subscribers: I have decided to post every blog in German and English. Since I now have quite a few English-speaking friends, you will always receive the same information twice, but you can choose which version you prefer. 🙂

    There’s a lot to tell today:

    Well, three weeks ago there were only two days left until departure, and now I can say: I had a great arrival in Tanzania, mastered the 10-day language course very well, thoroughly enjoyed the 17 days in Dar es Salaam and the three days in Mwanza as well. Now I feel very strengthened, well prepared and am starting to settle into my work in Rulenge!

    The start in Dar es Salaam was very good, as it allowed us to slowly settle into Tanzania. In Dar es Salaam, I was with Philippa, four others from the Diocese of Würzburg (we had the seminars together) and two from the Diocese of Paderborn, whom we met at the gate in Frankfurt. It’s really cool to have everyone here, to experience everything together and to be able to exchange ideas. And above all, to support each other, e.g. when someone is feeling unwell because we have stomach ache from the food, don’t understand any Kiswahili or are simply exhausted at 7:15 a.m. sitting at breakfast.

    During the two-week language course, our Swahili teacher Joshua taught us a great deal about Tanzanian culture in addition to Kiswahili, and we were able to experience this first-hand. During our time in Dar es Salaam, we stayed with the Benedictine Fathers at ‘Kurasini’. There, we clearly enjoyed a more European standard, especially in the rooms, which were well-equipped, had comfortable beds and were really clean. We took part in the brothers‘ daily routine a little and learned about some of their rituals, such as praying before and after meals, no one leaving the table until everyone has finished eating, not talking about the food, whether you like it or not, and it being considered rude not to try everything on your plate. That’s why I started eating meat after two days. (I’ve actually been a vegetarian for six years). Tanzanians don’t understand why anyone would be vegetarian. Even if you try to explain that you simply don’t like it, it is considered very rude, as if you were saying that you don’t like the food. So it’s very difficult to explain, and at first I didn’t really understand it either. However, I actually enjoyed the meat quite a bit, as I could eat it with a clear conscience.

    Die Fathers haben in Tansania einen extrem hohen Stellenwert, dadurch besitzen sie verhältnismäßig viel Geld und können sich gutes Fleisch und generell gutes Essen leisten. Deshalb gab es bei jeder Mahlzeit, außer beim Frühstück, drei Gänge:

    Vorspeise: Suppe

    Hauptspeise: Reis/Kartoffeln/Nudeln/Ugali oder Kochbanane, mit Gemüse/Kraut, Salat und Fleisch

    Dessert: extremely delicious fruits

    The days were really full and exhausting overall. During the week, we had six hours of language classes. I underestimated that; learning Kiswahili in English is very different from learning Spanish in German at home, for example. The constant mental adjustment really tired me out. I often just fell asleep in the afternoon, had a quick dinner and was back in bed by 9 p.m. Nevertheless, the language course was really beneficial for me: I got a good feel for the language, understand a little better how Tanzanians think and can already communicate. Step by step!

    Kiswahili Lessons

    But it’s a really easy and totally random language, which was cool to learn, and in fact some of the names from ‘The Lion King’ became clear, for example Rafiki = friends.

    The weekends in Dar es Salaam were also really cool. During the week, we couldn’t go out after the language course because it got dark early. So on Saturdays we always went to Kipipeo Beach. (Butterfly Beach). Even the journey there was an adventure, with eight of us in a car designed for four: four of us in the boot, without seatbelts, of course, but it was so cramped that it was still ‘safe’. There were fold-out benches, so we weren’t sitting on the floor, but in Germany that would never have been conceivable😅

    On the way, we saw a rather wealthy neighbourhood and a very poor one, and even our first snake. The beach was simply fantastic: clear, warm water, endless sandy beaches, a real holiday moment!

    On Sunday, we met a friend (Goodi). He picked us up at Kurasini and we walked through the city. It was quite an experience: crossing the street is really difficult and dangerous because the traffic is so chaotic and everyone just drives however they want. Then there are hundreds of stalls selling mostly the same things, the bajajis (tuk-tuks) drive however they want, the buses have right of way, of course, the pedestrians, i.e. us, try to squeeze between stalls, roads and potholes, and the other cars just drive however they want too. We walked through different neighbourhoods, looked at churches and buildings, and then walked to a fish market, which was also really extreme. The smell was very disgusting, but seeing it was impressive, and the variety of fish was overwhelming. A few weeks ago, I would never have gone to a market like this, but I told myself, ‘This year, I’m going to take in everything I can’ (PS: to you, Johannes), and that’s why I strolled through the market without any problems.

    We then took the ferry to the other side of Dar es Salaam. For 500 TZS = 10 cents per person, we travelled to Kigamboni, where we visited another market. There we drank our first Kasaboo juisi = sugar cane juice, which had a very interesting taste but was absolutely delicious. We always try to compare the flavours we encounter here with something we know from the UK, but that rarely works. With kasaboo juisi, we said it tasted like sweet ginger with something else added.😅

    On that day, we were also addressed very often as ‘wazungu’ (white people), whether at the market, on the bus or on the street. Many people here also seek physical contact, which is rather unusual in Germany, but here simply means affection.

    Other differences are also very interesting: punctuality is hardly a thing here. An appointment at 2 p.m. usually means 2:45 p.m. at the earliest. For me, as a punctual German, this is really unusual. Or: you can’t use tap water, not even for brushing your teeth. Showers are ice cold and sometimes the water just stops running. Geckos in the bathroom and bedroom are normal, as are power cuts. But the people here are totally relaxed: everything is ‘pole pole’ = slow, slow. They live only in the moment and don’t really think about the future, not even the next day.

    Even though I was ‘only’ taking a language course in Dar es Salaam, I already felt like I was right in the middle of my international volunteer service. I can already see how worthwhile it was to do this right after finishing school. I’ve learned so much already, and I’m infinitely grateful for that!

    Market in Dar es Salaam
    Trip to Kariakoo with Joshua

    But my absolute highlight was my birthday on 16 September. The day started with a perfect breakfast, then I went to my language course, where a Tanzanian tradition was immediately carried out and everyone splashed me with water. This is supposed to bring good luck, and normally they pour the water over your face in bed in the morning, but I got the lighter version😅

    In the afternoon, we went to the stadium to watch Simba play Yanga, a highlight for which we had even bought Simba shirts beforehand. Together with Goodi and Henry, we enjoyed the exciting match, which was special because we weren’t sure at first whether we would be able to go at all. This made the atmosphere all the more enjoyable, and the evening was truly special. We returned by bajaji and later celebrated in a bar with music and dancing. It was a perfect day in every way.

    In Kurasini, I shared a room with Philippa, my fellow volunteer. At first, I thought it might be difficult because we spend all day together anyway. But it was actually the complete opposite. I am so glad that we shared a room; we had so many fun and wonderful moments, especially in the evenings. We grew really close and could talk about anything and everything. Now I’m even more excited to be with her in Rulenge, and I’m so grateful to have her as my fellow volunteer.

    Precisely because there were so many wonderful moments, I also realised during these two weeks that life here is not just about sun, sand and good vibes. Alongside all the great experiences, I also saw and heard things that made me very thoughtful. And that is exactly what I want to share here, because they are just as much a part of reality as everything else.

    First of all, it is important to me to say that everything I write is only my personal impressions, influenced by stories told by local people. I am not an expert and was unable to obtain independent information. But that in itself is a problem: information is difficult to access here because the media is very controlled. It is particularly difficult to find out anything about international affairs. European news about Tanzania is often very different from what it is really like or what you see here.

    A brief overview for you:

    Presidential elections are taking place in Tanzania on 29 October, but we hear very little about them because a lot is happening behind the scenes. Even when the president died in 2021, the full truth was apparently not made public, which sparked unrest. Since then, a female president has been in office, and a lot has changed, e.g. restrictions on neutral media and the fact that protests are banned. There were demonstrations in Dar es Salaam that ended in violence and even gunfire. We could hear this from our apartment building, and when we drove through the city, we could also see such demonstrations. Many people are becoming increasingly restless and are trying everything to prevent the president from being re-elected. However, there are many interrelated factors, and many people are working together in unfair and illegal ways. People who freely express their opinions and speak out against the president are beaten up or sent to prison. Instagram channels are being blocked, social media sites are being blocked, so you have to re-register so that the government can see what you post. Overall, it seems that under these conditions, the elections will not really be free and fair. For many here, the outcome is probably already clear, because free expression is not possible without consequences and manipulation is suspected.

    As a German who has always fought hard in her hometown for the right to freely express one’s opinion, especially at school, where I often had to fight for it, it is shocking to see that such a thing is forbidden here. In Germany, I often took part in ‘demonstrations against the right wing’, and now I am experiencing that this is not allowed here and that you are punished for it.

    My time in Dar es Salaam coincided with the most intense phase, as it was so close to the elections, and it wasn’t as intense in previous years. After the elections, the situation calms down again. It was just so shocking for me that when I googled politics in Tanzania from Germany, I read almost nothing but positive things, and now I see it from a completely different perspective.

    Some days I had quite a headache because there was just too much information to process and then, of course, there was a new language to learn.

    Yes, and after 17 days in Dar es Salaam, we continued on to Mwanza on 20 September.

    In Dar es Salaam, we experienced Tanzania from a completely different perspective. Nothing happened to us and we got away unscathed, but the experience was still very frightening, so I would like to share it with you:

    Early in the morning, we drove to the airport in Dar es Salaam to allow plenty of time and check in our extra luggage.

    At the counter where we wanted to check in our luggage, we learned that it would be cheaper to check in the extra luggage at another office outside the airport. There were four of us at the airport: Leni and Jason were flying with us to Mwanza and then on to Bukoba. And then, of course, Philippa and I were also flying to Mwanza and then on to Rulenge. Then a porter came and weighed the luggage and wrote down the weights. He then said that two of us should come with him and he would take us to the office outside. So Leni and Philippa waited with our luggage inside the airport at the baggage counter, while Jason and I followed the porter.

    But outside, the situation suddenly changed. The porter walked us away from the airport to a spot where there were no people and suddenly demanded 400,000 shillings (approx. €140). When we asked about the office, he said there was no office and that we had to pay him or our luggage would not be brought to us. When we tried to negotiate the price, he pulled a knife out of his trouser pocket, where it had been covered by a cloth so we couldn’t see it. That’s when we got really scared.

    We quickly gathered the money. I glanced around and saw some police officers. But the porter just looked at them, they nodded to each other and then turned away. That shocked me particularly and showed me how sick the whole system is. I always thought that when I saw the police, I was safe and could shout if necessary. But here, the police are part of this whole corrupt system and they do nothing. Then we wanted to give the porter the money, but he insisted on going back inside and giving him the money in the toilet, where there were no other people. So we followed him back inside. When we got back to the airport, we first had to go through a security monitor. When the porter walked through, the monitor didn’t beep and he nodded to the person again and was allowed to walk through, even though he had a knife with him. That’s when it became really clear to us that they were all in cahoots.

    Then we went to the toilet and gave him the money. He kept his hand on the knife the whole time, and there was no one else in the toilet except us. He then went back to the counter as if nothing had happened. He told us that our luggage had been checked in and that we could go to the gate.

    A little later, he showed up there again and demanded more money. We said we didn’t have any more money, and then he looked at us really angrily and didn’t want to believe us. A security guard came over and asked what was going on, and the porter answered again. Then the security guard stood in front of the porter so that no one else could see him. When he finally accepted that we really didn’t have any more money, he told us that he had booked our suitcases under the wrong names and then he just left. We were worried again because we didn’t know if our luggage would even make it onto the plane, and if not, we would never be able to track it down because the names were wrong.

    Fortunately, everything ended up safely on the plane. The flight itself was pleasant, the view fantastic, and in Mwanza we were very happy to see our lovely mentor Father Denis. He took us to the hotel, where we could relax a little. Then the shock wore off, I called my family and cried because I had never been so scared before.

    Even though the whole situation probably sounds much worse to you now than it was, it’s important for me to say: we were never in any serious danger!

    The situation was completely overwhelming, and experiencing something like this for the first time really scared us, but at the same time it taught us a lot about the country: We saw how some people are forced to demand money in extreme ways. It was never about hurting us, but it is precisely this fear that makes them get what they want.

    The experience taught us how careful you have to be not to simply trust strangers, and how strongly everything operates under a system that encourages this behaviour. The police, whom I could always count on in Germany, are not the same here; you can’t rely on them here.

    Despite our fear, we got away unscathed. The experience has not only made us more cautious, but also more realistic, especially when it comes to life here and the difficulties of the people who live in this system. I am really grateful for that, even if it sounds totally weird now.

    The first few days in Mwanza were very nice and relaxed. That was really good after all the excitement. Father Denis showed us around the city, helped us apply for our residence permits and took us to important places such as the hospital so that we now know where to go in an emergency. We ate a lot, had great conversations and saw a beautiful sunset over Lake Victoria. Compared to Dar es Salaam, Mwanza was much quieter, the people were more reserved and there was no physical contact in the middle of the street.

    On Saturday, we slept in, had breakfast, withdrew money and exchanged currency. Then we went on an adventurous drive through the city, through a park with animals, lodges and a direct view of Lake Victoria. We saw monkeys, even the first warning signs for crocodiles and, from a distance, one lying in the lake. It was a really nice, relaxing day, and we ended the evening together with food and drinks.

    On Sunday (yesterday), we travelled to Rulenge. I was so excited, and the eight-hour journey was very tiring on the one hand, but incredibly exciting on the other, as we got to see so much of the region. In the evening, we met our other mentor, Beatrice, in Rulenge and moved into our house. But more on that soon!

    So, now I’ve reached the end! As you can see, so much has happened in just these three weeks alone – let’s see what else the next year has in store. I’m really excited!

    But there’s one more thing I’d like to say:

    Over the last three weeks, I’ve become extremely aware of how much freedom and privilege I have at home and that I’ve always taken it for granted. That’s exactly why I don’t just want to post beautiful photos and videos, but also show the not-so-beautiful impressions, even if I don’t have any pictures of them. Both are part of it. And I can already say that this international volunteer service is absolutely worthwhile because I am learning something new every day. Not about the country and the culture, but about humanity and about myself. I may be on a different continent, but we are still on the same planet! ‘Same planet, but different worlds.’

    And with that, I say: see you soon and thank you for reading my blog post🫶❤️

  • 3. Meine ersten 3 Wochen in Tansania sind einfach schon rum!

    Habari, Hamjambo? Mimi ni mzuri sana.

    Hallo, wie geht’s euch allen? Mir geht’s sehr gut!

    Für alle Abonnenten: ich habe mich dazu entschieden jeden Blog auf Deutsch und auf Englisch zu posten. Da ich mittlerweile doch ziemlich viele englisch sprachige Freunde habe. Ihr werdet also immer doppelt informiert, aber ihr könnt euch ja dann euren raussuchen. 🙂

    Heute gibt es sehr viel zu erzählen:

    Ja, vor 3 Wochen waren es noch 2 Tage bis zum Abflug, und jetzt kann ich sagen: ich bin super in Tansania gelandet, habe den 10-tägigen Sprachkurs sehr gut gemeistert, die 17 Tage in Dar es Salaam total genossen und die 3 Tage in Mwanza ebenfalls. Jetzt bin ich sehr gestärkt, gut vorbereitet und fange an mich in Rulenge in meinem Einsatz einzuleben!

    Der Start in Dar es Salaam hat sehr gutgetan, da wir langsam in Tansania ankommen konnten. In Dar es Salaam war ich mit Philippa, vier anderen aus dem Bistum Würzburg (wir hatten zusammen die Seminare) und zwei aus dem Bistum Paderborn, die wir in Frankfurt am Gate kennengelernt haben. Es ist echt total cool, alle hier zu haben, das alles gemeinsam zu erleben und sich austauschen zu können. Und vor allem, sich gegenseitig zu unterstützen, z. B. wenn’s einem schlecht geht, weil wir Bauchschmerzen vom Essen haben, nix von Kiswahili verstehen oder einfach todmüde morgens um 07:15 Uhr beim Frühstück sitzen.

    Unser Swahililehrer Joshua hat uns in den 2 Wochen Sprachkurs neben Kiswahili auch sehr viel über Tansanias Kultur beigebracht, und das konnten wir auch schon gut miterleben. Wir haben in der Zeit in Dar es Salaam bei den Benedictine Fathers im „Kurasini“ gewohnt. Dort hatten wir eindeutig einen eher europäischen Standard, vor allem in den Zimmern, mit top Ausstattung, bequemen Betten und alles war eigentlich echt sauber. Wir haben ein wenig am Alltag der Brüder teilgenommen und erste Riten kennengelernt, wie zum Beispiel, vor und nach dem Essen wird gebetet, keiner verlässt den Tisch, bevor nicht alle aufgegessen haben, über das Essen, egal ob es schmeckt oder nicht, wird nicht gesprochen, und es gilt als unhöflich, wenn man nicht alles probiert, was auf den Teller kommt. Deswegen habe ich auch nach zwei Tagen angefangen, Fleisch zu essen. (Ich bin eigentlich Vegetarierin seit 6 Jahren). Die Tansanier verstehen nicht, warum man vegetarisch isst. Selbst wenn man versucht zu erklären, dass es einem einfach nicht schmeckt, wird das als sehr unhöflich angesehen, so als würde man sagen, dass einem das Essen nicht zusagt. Es ist also sehr schwer zu erklären und für mich war es anfangs auch nicht so nachzuvollziehen. Allerdings hat mir das Fleisch tatsächlich relativ gut geschmeckt, da ich es auch mit einem guten Gewissen essen konnte. Die Fathers haben in Tansania einen extrem hohen Stellenwert, dadurch besitzen sie verhältnismäßig viel Geld und können sich gutes Fleisch und generell gutes Essen leisten. Deshalb gab es bei jeder Mahlzeit, außer beim Frühstück, drei Gänge:

    Vorspeise: Suppe

    Hauptspeise: Reis/Kartoffeln/Nudeln/Ugali oder Kochbanane, mit Gemüse/Kraut, Salat und Fleisch

    Nachtisch: extrem leckeres Obst

    Die Tage waren insgesamt echt voll und auch anstrengend. Unter der Woche hatten wir sechs Stunden Sprachkurs. Ich hab das unterschätzt, es ist etwas ganz anderes, Kiswahili auf Englisch zu lernen, als z. B. Spanisch auf Deutsch zuhause. Dieses ständige Umdenken hat mich richtig müde gemacht. Oft bin ich nachmittags einfach eingeschlafen, hab dann kurz zu Abend gegessen und war um 21 Uhr schon wieder im Bett. Trotzdem hat der Sprachkurs mir richtig viel gebracht: Ich habe ein gutes Gefühl für die Sprache bekommen, verstehe ein bisschen besser, wie Tansanier denken, und kann mich schon verständigen. Step by step!

    Sprachkurs

    Es ist aber echt eine leichte und total „random“ Sprache, das war cool zu lernen, und tatsächlich haben sich auch einige Namen aus „Der König der Löwen“ geklärt, zum Beispiel Rafiki = Freunde.

    Die Wochenenden in Dar es Salaam waren ebenfalls richtig cool. Unter der Woche konnten wir nach dem Sprachkurs und wegen der frühen Dunkelheit nicht mehr raus. Samstags sind wir deshalb immer an den Kipipeo Beach gefahren. (Schmetterlingsstrand). Schon die Fahrt war ein Abenteuer, zu acht in einem Auto für vier: vier von uns dann im Kofferraum, natürlich ohne Anschnaller, aber so eng, dass es trotzdem „sicher“ war. Es gab so ausklappbare Bänke, also wir saßen nicht auf dem Boden, aber in Deutschland wäre das niemals denkbar gewesen😅

    Unterwegs haben wir dann ein eher reiches und ein sehr armes Viertel gesehen und sogar unsere erste Schlange. Am Strand war es dann einfach traumhaft: klares, warmes Wasser, ewig lange Sandstrände, ein echter Urlaubsmoment!

    Am Sonntag haben wir dann einen Freund (Goodi) kennengelernt. Er hat uns im Kurasini abgeholt und wir sind dann durch die Stadt gelaufen. Das war ein richtiges Erlebnis: das Straßenüberqueren ist echt schwierig und gefährlich, da der Verkehr so chaotisch ist und alle einfach so fahren wie sie wollen. Dann gibt es hunderte Stände, an denen meistens das Gleiche verkauft wird, die Bajajis (TukTuks) fahren einfach wie sie wollen, die Busse haben natürlich Vorrang, die Fußgänger, also wir, versuchen sich zwischen Ständen, Straßen und Löchern durchzumogeln, und die anderen Autos fahren halt auch einfach so wie sie wollen. Wir sind durch verschiedene Viertel gelaufen, haben Kirchen und Gebäude angeschaut und sind dann zu einem Fischmarkt gelaufen, das war auch echt krass. Der Gestank war sehr eklig, aber das mal zu sehen war beeindruckend, und die Vielfalt an Fisch war überwältigend. Vor ein paar Wochen wäre ich niemals zu so einem Markt gegangen, aber ich habe mir gesagt „dieses Jahr nehme ich alles mit was geht“, (PS:. an dich Johannes) und deswegen bin ich dann problemlos über den Markt geschlendert.

    Anschließend sind wir mit der Fähre auf die andere Seite von Dar es Salaam gefahren. Für 500 TZS = 10 Cent pro Person ging es für uns nach Kigamboni, wieder auf einen Markt. Dort haben wir dann auch unseren ersten Kasaboo juisi = Zuckerrohrsaft getrunken, ein sehr spannender Geschmack, aber total lecker. Wir versuchen immer, die Geschmäcker, die wir hier haben, mit etwas zu vergleichen, das es in Deutschland gibt, aber das klappt nur selten. Beim Kasaboo juisi haben wir gesagt, es schmeckt nach süßem Ingwer mit irgendwas noch dazu.😅

    An dem Tag wurden wir auch sehr oft mit „wazungu“ (Weiße) angesprochen, egal ob auf dem Markt, im Bus oder auf der Straße. Viele Menschen suchen hier auch Körperkontakt, was in Deutschland eher ungewöhnlich ist, hier aber einfach Zuneigung bedeutet.

    Andere Unterschiede sind auch sehr spannend: Pünktlichkeit ist hier kaum ein Ding. 14 Uhr ausgemacht heißt meistens frühestens 14:45 Uhr. Für mich als pünktliche Deutsche echt ungewohnt. Oder: Wasser aus dem Hahn darf man nicht benutzen, selbst nicht zum Zähneputzen. Duschen sind eiskalt und manchmal hört das Wasser einfach auf. Geckos in Bad und Zimmer sind normal, Stromausfälle sowieso. Aber die Leute hier sind total entspannt: alles ist „pole pole“ = langsam, langsam. Sie leben nur im Moment, über die Zukunft, selbst den nächsten Tag, wird eigentlich nicht wirklich nachgedacht.

    Auch wenn ich in Dar es Salaam „nur“ beim Sprachkurs war, hatte ich schon das Gefühl, mittendrin in meinem Weltfreiwilligendienst zu sein. Schon jetzt merke ich, wie sehr es sich gelohnt hat, das direkt nach dem Abi zu machen. Allein jetzt hab ich so unglaublich viel gelernt, dafür ich bin unendlich dankbar!

    Markt in Dar es Salaam

    Ausflug mit Joshua zum Markt

    Aber mein absolutes Highlight war mein Geburtstag am 16.09. Der Tag hat mit einem perfekten Frühstück gestartet, dann ging’s zum Sprachkurs, wo direkt eine tansanische Tradition durchgeführt wurde und mich alle mit Wasser nass gemacht haben. Das bringt Glück und eigentlich kippen sie das Wasser einem morgens im Bett ins Gesicht, ich habe die leichte Variante bekommen😅 

    Am Nachmittag ging’s ins Stadion zum Spiel Simba gegen Yanga, ein Highlight, für das wir uns vorher sogar Simba-Shirts gekauft hatten. Zusammen mit Goodi und Henry haben wir das spannende Match erlebt, was besonders war, da wir erst nicht sicher waren, ob wir überhaupt hingehen können. Umso schöner war die Atmosphäre, und der Abend wurde richtig besonders. Zurück ging’s mit dem Bajaji, später feierten wir noch in einer Bar mit Musik und Tanz. Ein rundum perfekter Tag.

    In Kurasini habe ich mir mit Philippa, meiner Mitfreiwilligen, ein Zimmer geteilt. Am Anfang dachte ich noch, das könnte vielleicht anstrengend werden, weil wir ja sowieso den ganzen Tag zusammen sind. Aber es war echt das komplette Gegenteil. Ich bin so froh, dass wir uns ein Zimmer geteilt haben, wir hatten so viele lustige und schöne Momente, vor allem abends. Wir sind total zusammengewachsen und konnten einfach über alles quatschen. Jetzt freue ich mich noch mehr, mit ihr in Rulenge zu sein, und bin sooo dankbar, sie als Mitfreiwillige zu haben.

    Gerade weil es so viele schöne Momente gab, ist mir in diesen zwei Wochen aber auch bewusst geworden, dass das Leben hier nicht nur aus Sonne, Strand und guter Stimmung besteht. Neben all den tollen Erlebnissen habe ich auch Dinge gesehen und mitbekommen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Und genau die möchte ich hier auch teilen, weil sie genauso zur Realität dazugehören, wie alles andere auch.

    Vorweg ist mir wichtig zu sagen, dass alles, was ich schreibe, nur meine persönlichen Eindrücke sind, geprägt durch Erzählung von einheimischen Personen. Ich bin keine Expertin und konnte mich auch nicht unabhängig informieren. Aber allein das ist schon ein Problem: Infos sind hier schwer zugänglich, weil Medien sehr kontrolliert sind. Besonders international bekommt man kaum etwas mit. Also europäische Nachrichten über Tansania, sind oft ganz anders, als es dann wirklich ist oder was man hier sieht. 

    Zur kurzen Einordnung für euch: 

    Am 29. Oktober sind in Tansania Präsidentschaftswahlen, darüber hört man fast nichts, da ziemlich viel unter dem Tisch passiert. Auch beim Tod des Präsidenten 2021 wurde wohl nicht die volle Wahrheit veröffentlicht, was Unruhen ausgelöst hat. Seitdem ist eine Präsidentin im Amt, unter der sich einiges verändert hat, z. B. die Einschränkung neutraler Medien oder die Tatsache, dass Proteste verboten sind. In Dar es Salaam gab es Demos, die mit Gewalt und sogar Schüssen endeten. Aus unserem Wohnhaus konnten wir das auch hören und als wir durch die Stadt gefahren sind, haben wir auch solche Demos sehen können. Sehr viele Leute werden immer unruhiger und versuchen alles, dass die Präsidentin nicht nochmal gewählt wird. Allerdings hängt auch sehr viel zusammen und viele Leute arbeiten auf unfairen, illegalen Wegen zusammen. Leute, die ihre Meinung frei äußern und was gegen die Präsidentin sagen, werden zusammengeschlagen oder müssen ins Gefängnis. Instagram Kanäle werden gesperrt, Social Media Seiten werden blockiert, sodass man sich erneut registrieren muss, dass die Regierung sehen kann, was man postet. Insgesamt wirkt es so, als würden die Wahlen unter diesen Bedingungen nicht wirklich frei und fair ablaufen. Für viele hier sei das Ergebnis wohl schon vorher klar, weil freie Meinungsäußerung nicht ohne Konsequenzen möglich ist und Manipulationen vermutet wird.

    Für mich als Deutsche, die sich in ihrer Heimatstadt immer stark dafür eingesetzt hat, dass man seine Meinung frei äußern darf, besonders in der Schule habe ich oft darum kämpfen müssen, ist es heftig zu sehen, dass so etwas hier verboten ist. In Deutschland habe ich oft an „Demonstrationen gegen Rechts“ teilgenommen, und jetzt erlebe ich, dass das hier nicht erlaubt ist und man dafür bestraft wird.

    In der Zeit in Dar es Salaam, war auch echt die höchste Phase, da es so kurz vor Wahlen ist und so doll war es die vergangen Jahre auch nicht. Nach den Wahlen entspannt sich die Lage auch wieder. Für mich war einfach auch so schockierend, dass ich aus Deutschland, wenn ich über die Politik in Tansania gegoogelt habe, fast nur Positives gelesen habe und ich das jetzt aus einer ganz anderen Perspektive sehe.

    An manchen Tagen hatte ich echt ziemliche Kopfschmerzen, da es einfach zu viele Informationen zu verarbeiten gab und dann natürlich auch noch eine neue Sprache.

    Ja und nach 17 Tagen Dar es Salaam, ging es am 20.09. weiter nach Mwanza.

    In Dar es Salaam haben wir das Land Tansania noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. Uns ist nichts passiert und wir sind heil davongekommen, aber die Erfahrung war trotzdem sehr beängstigend, daher möchte ich sie mit euch teilen:

    Früh morgens sind wir zum Flughafen in Dar es Salaam gefahren, um genügend Zeit einzuplanen und unser zusätzliches Gepäck anzumelden.

    Am Schalter wo wir das Gepäck anmelden wollten, erfuhren wir, dass es günstiger sei, das zusätzliche Gepäck in einem anderen Büro anzumelden, welches außerhalb des Flughafens ist. Wir waren zu viert am Flughafen: Leni und Jason flogen mit uns nach Mwanza und gingen von dort weiter nach Bukoba. Und dann natürlich Philippa und ich, wir flogen auch nach Mwanza und vor dort aus dann nach Rulenge. Dann kam ein sogenannter Porter, welcher die Gepäckstücke wog und schrieb dich die Gewichte auf. Dann sagte er, dass zwei mitkommen sollen, er bringt uns dann ins Büro draußen. Also warteten Leni und Philippa mit unserem Gepäck drinnen im Flughafen am Gepäckschalter, während Jason und ich dem Porter folgten.

    Doch draußen änderte sich die Situation plötzlich. Der Porter ging mit uns etwas weg vom Flughafen, wo keine Menschen waren und verlangte auf einmal 400.000 Schilling (ca. 140 €). Auf unsere Frage nach dem Büro sagte er, es gäbe kein Büro, und wir müssten ihn bezahlen, sonst kommt unser Gepäck nicht mit. Als wir versuchten, den Preis zu verhandeln, zog er ein Messer aus seiner Hosentasche, wo davor noch ein Tuch drüber lag und wir es nicht sehen konnten. Da bekamen wir richtig Angst.

    Schnell suchten wir das Geld zusammen. Ich schaute mich noch kurz um und ich sah einige Polizisten. Doch der Porter schaute sie nur an, sie nickten sich zu und drehten sich dann weg. Das hat mich besonders schockiert und gezeigt, wie krank das gesamte System ist. Ich dachte immer, wenn ich Polizei sehe, bin ich sicher und kann ggf. noch schreien. Aber hier, gehört die Polizei zu diesem gesamten korrupten System dazu und sie machen gar nichts. Dann wollte wir dem Porter das Geld geben, aber er bestand darauf, wieder reinzugehen und ihm das Geld auf der Toilette zu geben, wo keine anderen Menschen sind. Also folgten wir ihm wieder rein. Als wir wieder in den Flughafen kamen, mussten wir erst durch so einen Sicherheitsmonitor durch. Als der Porter durchlief, piepe der Monitor nicht und wieder nickte er der Person zu und konnte einfach durchlaufen, obwohl er ein Messer dabei hatte. Da ist uns dann richtig klar geworden, dass da alle unter einer Decke stecken. 

    Dann gingen wir auf die Toilette, gaben ihm das Geld. Er hatte immer seine Hand auf dem Messer und auf der Toilette war außer uns niemand. Er ging dann zurück zum Schalter als wäre nichts passiert. Sagte uns, das Gepäck ist eingecheckt, wir können ans Gate gehen. 

    Wenig später tauchte er dort dann nochmal auf und verlange erneut Geld. Wir sagten, wir haben kein Geld mehr und dann schaute er uns richtig böse an und wollte uns das nicht glauben. Da kam ein Security guide, fragte was los sei, wieder antworte der Porter. Und dann stellte sich der Security guide vor den Porter, sodass keine anderen Menschen ihn sehen konnten. Als er dann akzeptierte, dass wir wirklich nichts mehr hatten, sagte er uns, dass er unsere Koffer auf falsche Namen gebucht habe und dann ging er einfach. Da bekamen wir erneute Angst, weil wir gar nicht wussten, ob unser Gepäck überhaupt mit ins Flugzeug kommt, und wenn nicht, dann könnten wir es nie nachverfolgen, weil es falsche Namen sind. 

    Glücklicherweise kam am Ende alles heil ins Flugzeug. Der Flug selbst war angenehm, die Aussicht fantastisch, und in Mwanza waren wir sehr happy, dann unseren super lieben Mentor Father Denis zu sehen. Dieser brachte uns dann erstmal ins Hotel, wo wir uns etwas erholen konnten. Da fiel dann auch der ganze Schock ab, ich habe meine Familie angerufen und erstmal richtig geweint, weil ich noch nie so dolle Angst hatte. 

    Auch wenn die gesamte Situation für euch jetzt wahrscheinlich deutlich schlimmer klingt als sie war, ist mir wichtig zu sagen: Wir waren zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr!!

    Die Situation war total überfordernd, und so etwas zum ersten Mal zu erleben, hat uns richtig Angst gemacht, gleichzeitig hat sie uns viel über das Land gezeigt: Wir haben gesehen, wie manche Menschen gezwungen sind, auf extreme Weise Geld zu verlangen, es ging nie darum, uns zu verletzen, aber genau diese Angst macht, dass sie bekommen, was sie wollen.

    Die Erfahrung hat uns gelehrt, wie vorsichtig man sein muss, fremden Leuten nicht einfach zu vertrauen, und wie stark alles unter einem System läuft, das dieses Verhalten begünstigt. Die Polizei, auf die ich in Deutschland immer zählen konnte, ist hier nicht dasselbe, hier kann man sich nicht darauf verlassen.

    Trotz der Angst sind wir heil davongekommen. Das Erlebnis hat uns nicht nur vorsichtiger gemacht, sondern auch realistischer, vor allem, was das Leben hier und die Schwierigkeiten der Menschen betrifft, die in diesem System leben. Dafür bin ich auch echt dankbar. Auch wenn das jetzt total komisch klingt. 

    Die ersten Tage in Mwanza waren dann sehr schön und entspannt. Das war echt sehr gut nach dieser ganzen Aufregung. Father Denis zeigte uns die Stadt, half bei der Beantragung unserer „residence permit“ und führte uns zu wichtigen Orten wie dem Hospital, damit wir jetzt wissen, wohin wir im Notfall hingehen müssen. Wir haben viel gegessen, tolle Gespräche geführt und einen wunderschönen Sonnenuntergang am Lake Victoria gesehen. Im Vergleich zu Dar es Salaam war Mwanza deutlich ruhiger, die Menschen waren zurückhaltender und es gab keinen körperlichen Kontakt mitten auf der Straße.

    Am Samstag haben wir ausgeschlafen, gefrühstückt, Geld abgehoben und gewechselt. Danach ging es auf eine abenteuerliche Fahrt durch die Stadt, durch einen Park mit Tieren, Lodges und direktem Blick auf den Lake Victoria. Wir haben Affen gesehen, sogar erste Warnschilder vor Krokodilen und aus der Ferne auch eins im See liegen. Es war ein richtig schöner, entspannter Tag, und wir haben den Abend gemeinsam beim Essen und Trinken ausklingen lassen.

    Am Sonntag (gestern) ging es dann auch nach Rulenge. Ich war so aufgeregt und die 8 stündige Fahrt war einerseits sehr mühsam, andererseits unglaublich spannend, da wir total viel von der Region sehen konnten. Wir haben dann abends in Rulenge unsere andere Mentorin Beatrice kennengelernt und unser Haus bezogen. Aber dazu bald mehr!

    So, jetzt bin ich auch am Ende angekommen! Wie ihr seht ist allein in diesen 3 Wochen sooo unglaublich viel passiert, mal sehen was da noch alles in einem Jahr kommt. Ich bin total aufgeregt!

    Aber eines möchte ich noch loswerden:

    In den letzten drei Wochen wurde mir extrem bewusst, wie viele Freiheiten und Privilegien ich zuhause habe und dass ich die immer für selbstverständlich angesehen habe. Genau deshalb möchte ich auch nicht nur schöne Fotos und Videos posten, sondern auch die nicht so schönen Eindrücke zeigen, auch wenn ich davon keine Bilder habe. Beides gehört dazu. Und ich kann schon jetzt sagen: dieser Weltfreiwilligendienst lohnt sich absolut, weil ich täglich dazulerne. Nicht über das Land und die Kultur, sondern über die Menschheit und über mich selbst. Ich bin zwar auf einem anderen Kontinent, aber wir sind immer noch auf einem gleichen Planeten! „Same Planet, but different worlds“

    Und damit, sage ich: bis bald und vielen Dank, dass ihr meinen Blog gelesen habt🫶❤️

  • 2. Jetzt geht’s wirklich los – Tansania wir kommen

    Hallo ihr Lieben,

    ich hab vorhin mal in meinem letzten Eintrag nachgeguckt: „in 12 Wochen gehts los… noch viel zu tun, aber auch noch viel Zeit“. Es kommt mir vor, als hätte ich das vor zwei Wochen geschrieben.

    Naja also, nicht ganz:😂

    In nur zwei Tagen ist es endlich soweit, nach so langer Wartezeit geht es los nach Tansania!🥳

    Die letzten Wochen und Tage hier in Deutschland waren nochmal ein ziemliches Gefühlschaos: Vorfreude, Abschiedsschmerz, Aufregung und jede Menge Vorbereitungen.

    Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert:

    Zu allererst: ich habe mein Abitur bestanden! Endlich keine Schule mehr, kein Lernstress mehr und vor allem steht JETZT meinen Zukunftsplänen und dem WFD nichts mehr im Weg.

    Vom 14. bis 18. Juli fand unser zweites Vorbereitungsseminar in Schonungen statt. Zusammen mit den Freiwilligen aus den Bistümern Bamberg (meine Organisation) und Würzburg haben wir fünf sehr intensive, aber auch unglaublich schöne Tage verbracht.

    Tagsüber ging es um große Themen:

    • Kolonialismus und seine Folgen: wie tief die Auswirkungen bis heute reichen und was das für unser eigenes Handeln bedeutet. 
    • Critical Whiteness & Alltagsrassismus: ein Perspektivwechsel, der manchmal echt unbequem war, aber sehr wichtig. Dabei haben wir nochmal richtig viel über das Alltagsleben erfahren und auch über Unterschiede der Begrifflichkeiten Diskriminierung und Rassismus gesprochen. 
    • Kulturschock: wie er entstehen kann und welche Strategien helfen, ihn zu meistern. Was wir voneinander brauchen, um die verschiedenen Situationen zu schaffen und welche Stufe es in dieser Krise gibt.
    • Selbstverteidigung: ein kleiner, praktischer Kurs für mehr Sicherheit. Mit besonders viel Spaß und kleinen/leichten Verletzungen😅
    • Krisenmanagement: was tun, wenn’s mal brenzlig wird? Wir haben vor allem darüber gesprochen, welche Krisen es alles gibt und wie wir damit umgehen können. 
    • Infos zur Einsatzstelle: damit wir uns schon ein bisschen „einfühlen“ konnten. Wir haben vor allem viele Fotos gesehen und konnten alle unsere Fragen loswerden. 

    Ehrlich gesagt, habe ich in dieser Woche auch ein paar Sorgen und Ängste entwickelt, was meinen WFD angeht. Ich glaube, das ist ganz normal so kurz vor der Abreise, schließlich hört man viele Dinge, die man noch nicht selbst erlebt hat und nicht weiß, wie sie in der Realität sein werden. Und dann waren es einfach sehr sehr viele Eindrücke und Informationen aufeinmal, die ich erstmal verarbeiten musste.

    Neben den Einheiten gab es abends immer wieder Tagebuchrunden, in denen wir über Themen wie Hoffnung, Mut oder Unsicherheiten geschrieben und gesprochen haben. Das war oft sehr persönlich, aber besonders wichtig um die Themen aufzuarbeiten.

    Aber: die Seminare sind nicht nur Lernen und Nachdenken, sie sind auch ganz viel Spaß.

    Wir haben unzählige Runden „Photo Roulette“ gespielt (absolutes Pflichtprogramm bei jedem Seminar!) und das „Gurkenspiel“. Wir saßen immer abends noch ewig zusammen, haben gequatscht, gelacht und einfach die Zeit genossen.

    Ein weiteres Highlight für mich war, dass Philippa, meine Mitfreiwillige in Tansania, diesmal dabei war. Beim ersten Seminar konnte sie leider nicht kommen, umso schöner, dass wir uns jetzt richtig kennengelernt haben und so gut verstanden haben. Auch da haben wir natürlich wichtige Fragen geklärt: wer packt welche Spiele ein, was können wir uns teilen, wo sitzen wir im Flugzeug und wann treffen wir uns am Flughafen. Ich freue mich riesig auf unser gemeinsames Jahr.

    Am 1. und 2. August ging es dann direkt weiter mit unserem Länderseminar über den Senegal und Tansania im Bistumshaus Bamberg. Auch hier drehte sich vieles um das Alltagsleben, die Kultur und praktische Tipps, dabei war auch der Austausch mit ehemaligen Freiwilligen total wertvoll. Die Zeit mit Lene, Maxime und Manu (die in den Senegal gehen) war wieder besonders schön, da ich sie vermutlich erst im September 2026 wieder sehen werde. 

    Und dann kam der 2. August, unser Entsendegottesdienst. Alle sieben Freiwilligen waren da, zusammen mit dem Bischof und Generalvikar aus Bamberg, dem Bischof aus Ngara (meiner Einsatzregion), zwei Priestern aus Thiès im Senegal, unsere Kooperationspartner, unsere Referent:innen und natürlich unseren Familien. Es war ein wunderschöner, aber auch sehr emotionaler Moment, vor allem, als uns klar wurde, dass wir uns erst in 13,5 Monaten alle wiedersehen werden.

    In der Zwischenzeit ist dann einfach so noch unfassbar viel passiert:

    Alle Dokumente sind beantragt, mein Visum ist da, alle 14 Impfungen habe ich gut überstanden, alle medizinischen Untersuchungen sind getroffen, ich habe den Tropentauglichkeitstest gemacht, Medikamente besorgt, fehlende Ausstattung für Tansania besorgt, noch ein paar kleinere Urlaube gemacht und vor allem ganz ganz viel Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbracht. Eigentlich war ich fast jeden Tag in Kontakt mit den anderen Freiwilligen, besonders mit Lene, Philippa, Manu und den Freiwilligen aus Würzburg. Das tut einfach immer besonders gut und auch da ist der Austausch richtig wichtig, da wir viele Sorgen teilen.

    Am 29. August war dann noch meine Abschiedsparty, ein richtig schöner Abend mit meinen Freunden und Familie, aber natürlich auch total emotional.

    Sodele und jetzt:

    Der Rucksack füllt sich langsam, ist aber noch nicht richtig gepackt. Ich bin noch ein bisschen überfordert, weil ich nicht genau einschätzen kann, was ich wirklich brauche und was überflüssig ist. Aber ich habe die beste Unterstützung von meiner Familie!

    In den nächsten zwei Tagen werden nochmal letzte Feinarbeiten an der Vorbereitung gemacht, mind. 100x geprüft, ob ich auch wirklich alles habe und die letzten Stunden mit meiner Familie genossen.

    Ich bin so gespannt, was uns erwartet und freue mich schon riesig, am 2. September um 20:30 Uhr in den Flieger in Frankfurt zu steigen.

    Zur kleinen Einordnung für euch: Wir fliegen am Dienstag nach Dar es Salam, machen dort einen Sprachkurs für Kiswahili, fliegen dann am 19.09. nach Mwanza, treffen dort unseren Mentor Father Denis und gehen dann ein paar Tage später in unseren Einsatzort Rulenge.

    Ich halte euch natürlich hier auf dem Laufenden und wollte mich einfach nochmal kurz vor der Abreise melden, da ich auch nicht genau weiß, wann ich wieder was schreiben werde 🙂

    Falls ihr irgendwelche Fragen habt, oder ihr euch Dinge wünscht, worüber ich berichten soll, dann schreibt‘s mir einfach in die Kommentare. Ich freu mich über alles🫶😍

    Bis bald und beste Grüße

    Eure Johaenski

  • 1. Karibu sana – Herzlich Willkommen bei meinem Blog

    Hallo ihr Lieben,

    für die, die mich noch nicht kennen: Ich bin Johanna, 18 Jahre alt, komme aus Karlsruhe und starte im September in mein Weltfreiwilligendienst (WFD) in Tansania. 🙂

    Hier möchte ich Euch auf meiner Reise durch den WFD mitnehmen – mit Bildern, Erfahrungen und persönlichen Eindrücken. Ich freue mich über alle, die regelmäßig vorbeischauen und mitlesen! Wie oft neue Beiträge erscheinen, kann ich noch nicht genau sagen, aber ich gebe mein Bestes, den Blog lebendig zu halten.

    Nach dieser kleinen Einleitung, möchte ich Euch noch ein bisschen von meiner Organisation, meinem Einsatzland und meiner Einsatzstelle erzählen.

    Ich mache meinen WFD über den BDKJ im Bistum Bamberg. Der BDKJ schickt seit 2008 Freiwillige in verschiedene Länder – unter anderem nach Tansania, Peru, Indien und in den Senegal. Ich freue mich total, Teil dieses Programms zu sein und bin gespannt, was mich erwartet!

    Aber warum mache ich eigentlich einen WFD und warum auch noch in Tansania?

    Seit ich klein bin, haben meine Familie und ich immer viele Reisen unternommen. 2011 ging es dann auch nach Kenia, ich war zwar erst vier, aber die Reise hat mich trotzdem total beeindruckt. Vor allem auch die Bilder, die ich mir später angeschaut habe, sind mir bis heute im Kopf geblieben.

    Für mich stand eigentlich schon immer fest: Ich will irgendwann für längere Zeit ins Ausland. Als es dann mit einem Schulauslandsjahr nicht geklappt hat, war klar, dass ich das nach dem Abi machen will. Die Idee mit dem FSJ kam dann recht schnell, auch weil mein Vater damals sein FSJ in Israel gemacht hat und mein Bruder in Peru.

    Eine meiner größten Leidenschaften sind einfach Reisen, neue Kulturen, Menschen und Sprachen kennenzulernen. Was eignet sich da also besser als ein WFD?

    Ich lebe dort in dem kleinen Dorf „Rulenge-Ngara“ ganz im Westen von Tansania. Zusammen mit einer anderen Freiwilligen, Philippa, wohne ich dort in einer WG. Wir arbeiten gemeinsam in einem Waisenhaus mit etwa 35 Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren. Viele von ihnen kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen oder sind ganz ohne Eltern aufgewachsen. Ohne das Waisenhaus hätten die meisten von ihnen kaum eine Chance zu überleben. Auch wenn sie dort gut versorgt werden, leben sie in Armut und ihre Zukunftsperspektiven sind leider oft alles andere als gut.

    Meine Aufgaben vor Ort werden unter anderem die Kinderbetreuung, das Planen und Durchführen von Freizeitangeboten, Musizieren, Basteln, Spielen und Kochen umfassen. Außerdem werde ich die Kinder in der Pflege unterstützen, wie bspw. beim Essen, Anziehen, Wickeln und Waschen. In den ländlichen Regionen Afrikas werden immer mehr Einrichtungen benötigt und aufgebaut, um den Menschen vor Ort direkt zu helfen. Schon durch meine Reisen mit meiner Familie habe ich erlebt, wie groß die Ungerechtigkeit und Ungleichheit in dieser Welt ist. Nun möchte ich meinen eigenen Beitrag in der Welt leisten, indem ich die Arbeit vor Ort im Waisenhaus sehr gerne unterstütze und mich tatkräftig einbringe.

    Für meinen WFD habe ich einen Spendenaufruf gestartet und jetzt schon einiges gesammelt. Für alle, die dafür gespendet haben, möchte ich mich von ganzem Herzen bei euch bedanken. Über jeden Beitrag, egal wie groß oder klein dieser war, habe ich mich sooo sehr gefreut.


    Tja und jetzt? In 12 Wochen flieg ich schon los. Wir haben jetzt noch einige Vorbereitungsseminare, sodass wir so gut wie möglich vorbereitet sind. Und dann gehts auch los.

    So, das wars dann tatsächlich auch schon mit dem 1. Blogeintrag. Der nächste kommt dann wahrscheinlich auch erst, wenn ich schon in Tansania bin. Am Ende der Seite könnt ihr den Blog gerne abonnieren, dann werdet ihr immer informiert, wenn ich einen neuen Eintrag veröffentlicht habe. Ich freue mich natürlich auch sehr über Fragen und Kommentare. 🙂

    Also dann, tuonane hivi karibuni, bis bald

    Eure Johaenski